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Chance. Choice. Commitment.

 
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Das Konzept „Housing First“

Der Ansatz „Housing First“ wurde in den 1990er Jahren vom New Yorker Psychiater Dr. Sam Tsemberis entwickelt und erprobt. Dieser ermöglicht es, Wohnungslosen zuerst im eigenen Zuhause anzukommen und dann alle weiteren herausfordernden Lebenslagen anzugehen. Von 2011 bis 2013 wurde „Housing First“ in einem Pilotprojekt in fünf europäischen Städten erfolgreich erprobt und wies im Ergebnis hohe Quoten von Wohnungserhalt (zwischen 80% und über 90%) auf. Inzwischen wird dieser Ansatz in über 13 europäischen Ländern erfolgreich umgesetzt.


Dem Konzept „Housing First“ liegen folgende Prinzipien zugrunde, welche die Empowerment-Grundidee bestärken:

  • a) Wohnung als Grundrecht
  • b) Respekt, Wärme und Empathie für alle Klient*innen
  • c) Hilfezusicherung so lange, wie Hilfe benötigt wird
  • d) dezentraler lndividualwohnraum
  • e) Trennung von Wohnung und persönlicher Hilfe
  • f) Wahlmöglichkeiten und Selbstbestimmung
  • g) Orientierung auf den Heilungsprozess
  • h) Schadensminimierung; akzeptierender Ansatz.

 

Zu den Prinzipien gehört auch, dass es keine zeitliche Limitierung der Unterstützung gibt. Die Klientinnen von Housing First für Frauen haben Mitspracherecht und angebotene Wohnungen dürfen abgelehnt werden, bis die den Ansprüchen entsprechende Wohnung gefunden wurde.  Sind sie in einer eigenen Wohnung, rufen sie Unterstützung entsprechend ihres eigenen Bedarfes ab.


Die Freiwilligkeit, auf der die Annahme von Unterstützung basiert, fordert von den begleitenden Sozialarbeiter*innen eine enorme Flexibilität. Klientinnen ist es möglich, sich über längere Zeit zurück zu ziehen, ohne Unterstützung oder Hilfe einzufordern bzw. diese sogar abzulehnen. Sie können auch nach längerer Zeit der Ablehnung Unterstützung (wieder) einfordern und dies auf unbegrenzte Zeit.